Brot, Schoki und Tabak verboten!

torsten schrieb's. Am 10. März 2010 um 7:06 Uhr.

Kriegsgefangenenpost aus dem ersten Weltkrieg ist häufig anzutreffen. Nachfolgende Karte aus dem Lager Kleinwittenberg enthält eine interessante Nachricht, die einen kleinen Einblick in das Lager zulässt. Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die wichtig sind.
Kleinwittenberg, ist ein Vorort von Wittenberg- Lutherstadt. Vor über 100 Jahren lebten die Menschen von der Elbeschifffahrt, dem Schiffbau und von der Fischerei.

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     Vorderseite KLEINWITTENBERG  *a 3.9.15 4-5N
     mehrere Zusatzstempel:
- Inhaltlich und auf Häufigkeit geprüft. F.a.! / Prüfungsstelle des Gefangenenlagers   
      Wittenberg
       -     Briefstempel Kriegsgefangenenlager Wittenberg
- Kriegsgefangenensendung

Der Empfänger der Karte erhielt die Nachricht über die Inhaftierung von 4 Soldaten.
„Die Kriegsgefangenen …befinden sich im Lager…“

Eine zweite Person, schreibt zusätzlich diese wichtige Bemerkung auf die Karte:

„Für Pakete aus Deutschland ist verboten:Brot und Backwaren, Schokolade, Tabak und Cigarren.“

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               Rückseite mit Zusatzstempel:
             Kriegsgefangenenlager Wittenberg/ Prüfungsstelle/ Tagebuch Nr.

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    Ansicht des Kriegsgefangenenlagers in Kleinwittenberg 1914/16

Eindrucksvoll dargestellt: Ein Kriegsgefangenenlager ist für Inhaftierten kein „Zuckerschlecken“.

Schmerzvolle philatelistische Trennung!

torsten schrieb's. Am 7. März 2010 um 7:04 Uhr.

Der nachfolgende Brief zeigt, wie dicht billig oder wertvoll nebeneinander liegen kann.
Vor rund 100 Jahren spielten Briefmarken eher eine untergeordnete Rolle. Briefmarken wurden gekauft, um sie als Porto zu verkleben. Reklameanhänger waren dabei nur schmückendes Beiwerk. Da sie aber auch wie Briefmarken einen Gummi besaßen, wurden sie einfach mit auf den Umschlag geklebt.

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        CHARLOTTENBURG *2a  19.3.12  10.11 N
 

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       Original Rückseite 4 Germania Marken CHARLOTTENBURG *2a  19.3.12  10.11 N

 

Wunschtraum der Sammler, die sich diesen Brief so vorstellen:
 

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       Graphisch verfälscht: Germania mit Reklameanhänger

 

dr-reklame-honig_reklameanhanger.jpg     
           Reklameanhänger M. Gühler        

      dr-reklame-honig_werbemarke.jpg         

  Werbemarke Gühler Honig

Briefmarken-Raritäten aus den Wühlkartons

torsten schrieb's. Am 3. März 2010 um 7:03 Uhr.

Was selten ist, ist auch teuer? Ein Posthornsatz, ein Weihnachtsblock, eine Potschta, das sind alles teuere Marken. Wenn diese Marken aber oft auf Auktionen oder Händlerlisten auftauchen sind es dann noch Raritäten?

Wenn viele Sammler eine bestimmte Marke haben wollen, diese aber nur in einer kleinen Auflage existiert, wird der Preis entsprechend der Nachfrage steigen.

Eine kleine Auflage ist nicht immer eine Garantie für hohe Preise. Die Ministerblöcke des Saarlandes oder die Etiketten der Lokalausgabe Fredersdorf haben zum Beispiel nur eine kleine dreistellige Auflage. Da es für diese Sammelgebiete nur wenige Sammler gibt, ist auch der Handelspreis entsprechend niedrig.

Bei dem nachfolgend gezeigten Brief handelt es sich auch um eine „Rarität“, die man noch für einen kleinen Preis aus der Wühlkiste bekommen kann.

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   HERLASGRÜN  3.9.45  9-10 mit Landpoststempel Neudörfel über Reichenbach (Vogtl.)

 

Der Brief wurde in Neudörfel über Reichenbach im Vogtland aufgegeben. In Herlasgrün einer Zweigpoststelle wurde der seltene „Gebühr bezahlt“ Stempel „PORTO BEZAHLT“ abgeschlagen. Damit ist der Brief noch keine Rarität.

Herlasgrün als übergeordnetes Zweigpostamt ist eine 700 Seelengemeinde zwischen Reichenbach und Plauen. Kleine Orte sind bei Sammlern sehr begehrt, da kaum Briefe aus solchen Orten auftauchen.

Neudörfel stellt einen kleinen Rekord auf. Dieser Ort hat laut Volkszählung 1946 gerade mal 88 (!) Einwohner. Die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Briefe aus diesem Ort auftauchen, sind sehr gering. Obwohl dieser Brief viel seltener ist als ein Sachsendreier, ist der Preis des Briefes um ein Vielfaches geringer einzustufen.

Infopost für Sammler

torsten schrieb's. Am 28. Februar 2010 um 7:03 Uhr.

Wenn der Briefkasten wieder mit Infobriefen gefüllt ist, wird meistens widerwillig der Umschlag aufgerissen und vom Inhalt wird kaum Notiz genommen. Meist wandert der Brief samt Inhalt in den Papierkorb. Beim genaueren hinschauen kommen interessante Briefe ans Tageslicht.

Viele Portostufen sind jetzt möglich. 25Cent, 28 Cent, 35 Cent sind ganz normale Frankaturen. Der letzte Beleg zeigt allerdings, dass man im Porto- Dschungel schon leicht mal den Überblick verlieren kann.

 Was ist Infopost?
- >    50 Stück, 50 inhaltsgleiche Briefe an eine PLZ-Region, oder
- >4000 Stück nach Postleitzahl in auf-/absteigender Reihenfolge sortiert, oder
- >  250 Stück für dieselbe Leitregion  (Übereinstimmung der ersten beiden Stellen der Postleitzahl) nach Postleitzahlen in auf-/absteigender Reihenfolge sortiert, oder
- >    50 Stück für den Leitbereich der Einlieferungsstelle, nach Postleitzahlen in auf-/absteigender Reihenfolge sortiert
Alle Sendungen sollen inhalts-, format- und gewichtsgleich sein

Was ist ein Infobrief?
- Eine Versandart mit ermäßigtem Porto
-     > 50 Stück, eine Aufzahlung zur Mindestmenge ist möglich

 

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  Infopost bis 20g als Standartbrief, DETMOLD 1  32754  -3.12.09
 

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  Infopost als Kompaktbrief bis 20g, DETMOLD 1 32754 16.11.09

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 Infobrief bis 20g DARMSTADT 1  64293  -3.12.09

21.jpg 
 Interessant: Das sollte ein Infobrief (35 Cent) werden, leider 2€ zuviel bezahlt,
 DETMOLD 1  32754  16.11.09

Das Posthorn auf Briefmarken

torsten schrieb's. Am 24. Februar 2010 um 7:01 Uhr.

Nach Kriegsende 1945 wurden auch im Postwesen Kennzeichen der faschistischen Diktatur verändert. Das Posthorn, dass schon lange im Gebrauch war, wurde wieder eingeführt. Der Reichsadler auf dem Postamtsschild hatte ausgedient.
In der Verfügung vom 18. September 1945 heiß es u.a.
„Die von den Nazis eingeführte rote Farbe für Postfahrzeuge usw. muss verschwinden. Die Wagen sollen wieder den traditionellen postgelben Anstrich erhalten. … Als Kennzeichen wird wieder das Posthorn mit Blitzen eingeführt.“

Amtsblatt 3/1947: „Kennzeichen der Deutschen Post sind das Posthorn mit vier Blitzen und der Bezeichnung „Deutsche Post“. Sie werden stets in schwarzer Farbe ausgeführt. Dienststempel und Siegel sind mit den gleichen Kennzeichen zu versehen.“
 

posthorn_alt.jpg
Darstellung im Amtsblatt 3/1948

Die erste Markenausgabe nach der Verfügung erschien am 1. Oktober 1945 in Thüringen. Abgebildet sind anstelle der Blitze die typischen Kordeln.

Selbst im bekannten Posthornsatz der Bundesrepublik Deutschland ist das Posthorn mit Kordeln dargestellt.
     

posthorn-95.jpg  

  posthorn-posthorn.jpg

 

 

 

Amtliches Dienstsiegel der Deutschen Post in der DDR
Blechhammer Poststelle 1 (Kr. Sonneberg) aus den 50er

posthorn-blechhammer-positiv.jpg    

  posthorn-blechhammer-negativ.jpg   
       Posthorn mit den 4 Blitzen und 2 Kordeln

 

Es gib auch vereinzelt Abweichungen von den Vorgaben in der Darstellung des Posthorns.

posthorn_braunschweig_detail.jpg   
Amtliches Dienstsiegel des Postamtes Braunschweig
aus den 50er Jahren Posthorn mit nur 3 Blitzen

posthorn_ludwigshafen.jpg
Amtliches Dienstsiegel des Postamtes
Ludwigshafen aus den 50er Jahren
Reichsadler anstelle des vorgeschriebenen Posthorns

Mit den Jahren wurde das Posthorn immer mehr stilisiert und vereinfacht dargestellt.

 

aktuelles Kennzeichen an den Briefkästen

posthorn_neu.jpg
Stilisiertes Posthorn ohne Mundstück und den 4 Blitzen als Striche.

Fryderyk (Franciszek) Chopin

torsten schrieb's. Am 20. Februar 2010 um 7:01 Uhr.

Fryderyk (Franciszek) Chopin war ein polnischer Komponist, Pianist und Pädagoge. Er gehörte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten in der Musikgeschichte Polens und  war einer der einflussreichsten und beliebtesten Klavierkomponisten des 19. Jahrhunderts.

Dieses Jahr feiern wir seinen 200. Geburtstag. Nur wann genau ist bis heute nicht ganz geklärt.

chopin-polen.jpg 
polnische Ganzsache von Fryderyk Chopin

 

Grund ist eine auf lateinisch geschriebene Taufurkunde. Diese wurde erst 50 Jahre nach seinem Tode entdeckt. Darauf steht das Geburtsdatum 22. Februar 1810 und das Taufdatum der 23.April 1810. Es gibt eine Geburtsurkunde mit der eigenhändigen Unterschrift des Vaters, die den 22. Februar 1810 bestätigt. Es gibt allerdings auch Meinungen, dass Chopin erst eine Woche später geboren wurde. Polens Regierung ruft am 1. März 2010 den 200. Geburtstag von Fryderyk Chopin aus.

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Chopin auf einer Ungarn Marke

Frankonia Doppeltaler-Fälschungsmerkmale

torsten schrieb's. Am 19. Februar 2010 um 8:05 Uhr.

Seit geraumer Zeit werden Frankfurter-Münz-Fälschungen regelmäßig über eine große Auktionsplattform angeboten. Diese Fälschungen stammen nach unserer Recherche aus China und gelangten anfänglich via Internethandel auf den US-Markt. Nunmehr haben diese Fälschungen uns erreicht.

Auf einem nur halbwegs guten Beschreibungsfoto im Internet lässt sich die Fälschung aber bereits sicher erkennen:

aks4uebersicht_1.jpg

 

aks4uebersicht_3.jpg

 

aks4faelschungdetail.JPG  aks4originaldetail.JPG

1) Das “N” von FRANFURT zeigt einen Strich, der durch den Querstrich des
N hindurch geht und am Fuß des K endet.

weitere Merkmale der Fälschung:

2) Randinschrift “Btark” statt “Stark”

3) Deutliches Untergewicht gegenüber dem Original

Auffällig ist zudem, dass die Fälschung bislang immer in den
Erhaltungsgraden “sehr gutes sehr schön” bis “knappes vorzüglich”
angeboten wird (mit offensichtlich gut gefakter Patina)

Das Spielfeld Briefmarke mit Leerfeld

torsten schrieb's. Am 15. Februar 2010 um 9:02 Uhr.

Mit dem Begriff Leerfeld wird oft oberflächlich umgegangen. Normale
Bogenränder mutieren dann schon mal in der Beschreibung zu einem Leerfeld.

„Ein Leerfeld ist ein unberucktes oder mit Andreaskreuz versehenes Feld in Markengröße innerhalb eines Schalterbogens oder im Markenheftchenbogen. Es dient zur Auffüllung überflüssiger Markenfelder, was verschiedentlich zur Erreichung eines runden Verkaufsbetrages notwendig ist.“
Ulrich Häger „Großes Lexikon der Philatelie“

Die nachfolgenden Marken haben Ränder, müssen aber unterschiedlich beschrieben werden.

kein Leerfeld:
 

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 Randanhänger mit Randleiste gezähnt

 

 

 leerfeld-123x.jpg
         Randanhänger unten gezähntes Leerfeld ist
         nicht in Markengröße, deshalb kein Leerfeld.

 

echtes Leerfeld:

 1.jpg
  Leerfeld in Markengröße bedruckt

 

leerfeld-rosen.jpg

gleich acht (!) Leerfelder auf einem portogerechten Brief aus Thüringen nach Schleswig-Holstein

Return to sender …oder das Kreuz mit dem Kreuz

torsten schrieb's. Am 9. Februar 2010 um 7:08 Uhr.

Beim genauen hinschauen, sind Funde möglich, die ein leichtes Lächeln entsehen lassen.
Auf dem nachfolgenden Brief (hier als Ausschnitt dargestellt) wurde ein Unzustellbar Klebezettel angebacht. Der Grund lässt sich auch beim genauen hinschauen nicht erschließen, da nichts angekreuzt wurde. Vielleicht hat aber auch der Postzusteller nur eine Spalte vermisst.

     x    Heute nehme ich mal keinen Stift in die Hand.

Wenn man sich den anderen Brief mit einem Kästchen mehr anschaut, fällt auf, dass der Vermerk „Nicht angetroffen“ fehlt. Wie verhalte ich mich, wenn ich niemanden antreffe? Ich schicke den Brief einfach wieder zurück. Das ist Dienstleistung.

neue-post-unzustellbar.jpg 
          Vertriebsdienstleistungen Express 191  13. NOV. 2007
Das es auch anders geht, zeigt nachfolgender Brief. Hier stehen 8 Kästchen zur Auswahl.

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  City- Post P2  008  232  14.Dez. 2009

neue-post-unzustellbar_1_rs.jpg 
  Rückseite
  Zusatzstempel „Zurück an Absender“
  Rücksendestempel Empfänger nicht zu ermitteln mit Unterschrift

Beutelfahne für Briefe

torsten schrieb's. Am 5. Februar 2010 um 7:45 Uhr.

Wer sich mit Bahnpost beschäftigt kennt nicht nur alle Bahnstrecken aus seinem Gebiet, sondern kommt auch irgendwann einmal mit Beutelfahnen in Berührung. Es gibt Beutelfahnen in den unterschiedlichsten Ausführungen.

Postsendungen, die für den Versand mit der Eisenbahn vorgesehen sind, werden in spezielle Postsäcke verpackt, oben zugeschnürt und mit einer Beutelfahne versehen. Dazu wird die Beutelfahne entlang der schräg nach oben verlaufenden beiden Striche gefaltet, damit sie besser befestigt werden kann. Oben in der Mitte wird der Stempel als Absender abgeschlagen. Das ist ein normaler Poststempel oder auch ein Bahnpoststempel. Im unteren Bereich wird der Leitabschnitt vermerkt, manchmal auch die Zugstrecke, gelegentlich die Zugnummer.
 
 

beutelfahne.jpg
WÜRZBURG – HAMBURG BAHNPOST ZUG – 293  5.5.74