Als Stalin am 5. März 1953 starb, brachen viele Menschen in echte Tränen aus. Für das Volk war er der starke Russe, der sich Hitler widersetzte und ihn im Zweiten Weltkrieg nach Deutschland zurückdrängte. Er vollbrachte für viele ein Wunder, in dem er ein rückständiges Agrarland industrialisierte und zu einer Supermacht heranführte. Er war aber auch ein Kommunist, der von 1922 bis 1952 seine Partei mit harter Hand führte. Das Volk jubelte ihm zu. Auch in Ostdeutschland wurde er für viele ein Vorbild. Ihm zu Ehren und Gedenken brachte die Post der DDR am ersten Todestag eine Sondermarke heraus.

DDR Mi. Nr. 425
NEUSTADT (ORLA) b 8.11.54 -18
Beileids- Telegramm zum Hinscheiden Josef Wissarionowitsch Stalin
An die Sowjetische Kontrollkommission in Deutschland
Abt. Transport und Verbindungswesen
z.H. des Herrn General Woronitschew
Berlin- Karlshorst
Mit tiefer Erschütterung haben wir die Nachricht vom Hinscheiden des Vorsitzenden des Ministerrates der UdSSR und Sekretäre des Zentralkomitees der KPdSU, J.W. Stalin, aufgenommen. Wir teilen den tiefen Schmerz, der die Herzen der Sowjetmenschen durch den Verlust ihres geliebten Führers und großen Staatsmannes, des Lehrers der gesamten fortschrittlichen Menschheit, ergriffen hat. Das deutsche Volk verliert mit J.W. Stalin seinen besten Freund, dessen Rat und Hilfe in unserem Kampf um ein einheitliches, demokratisches und unabhängiges Deutschland uns ständig zuteil wurde. Wir geloben, noch gründlicher als bisher die Lehren Stalins zu verwirklichen und sein Vermächtnis zu erfüllen sowie die Freundschaft des deutschen Volkes mit den Völkern der Sowjetunion noch mehr zu festigen.
Dr. Schröder
Staatssekretär Leitung des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen
Quelle: Amtsblatt Nr. 10 Jahrgang 1953 vom 8. März 1953

DDR Mi. Nr. 297 an der Seite von Wilhelm Pieck

Mi. Nr. 1737 Stalin in einer Reihe mit Marx, Stalin und Lenin
Nach seinem Tod begann man langsam seine dunkle Vergangenheit aufzuarbeiten. Dabei kamen viele seiner Verbrechen und Auftragsmorde an das Tageslicht. Stalin entledigte sich seiner politischen Gegner mit Straflager, Deportationen und Hinrichtungen. Sechs Millionen Menschen waren von der Verfolgung betroffen.
Deshalb steht heute die Bezeichnung „stalinistisch“ für eine diktatorische und totalitäre Führung. Quelle:Wikipedia
Der unten abgebildete Beleg ist eine kleine Sensation. Im Mittelpunkt steht nicht die Frankatur, sondern das Datum. Als die Marke an die Postschalter kam, reichten für eine Frankatur 20 Pfennige aus. Aber nur für eine Postkarte ins Ausland. Für viele Sammler unverständlich.

DDR Mi. Nr. 425
Aus den Akten der Post aber erst nachvollziehbar: Man rechnete mit einer baldigen Gebührensenkung von 24 Pfg. auf 20 Pfg.

24 Pfennig Frankatur vom Februar 1954
Die Sammler verbrauchten die Marke aber anderweitig, u.a. für die Frankierung von Paketkarten.

20 Pfennig Frankatur vom Februar 1955
Nach der offiziellen Gebührensenkung im Oktober 1954 wurden die Briefe mit den neu herausgegebenen Marken frankiert. Briefe mit der nun portogerechten Stalinmarke waren bislang unbekannt. In der DBZ Nr. 24/12 wurde ein Beleg vom 9. Oktober 1954 vorgestellt.