2013/05/17
von Wertfauna
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Fehlende Farbe bei Briefmarke?

In einer Massenware entdeckte ich mehrere Briefstücke mit der Mi. Nr. 1628. Eine Marke fiel durch eine scheinbar fehlende Farbe deutlich auf.

Uhr zusammen

Bund Mi. 1628, linke Marke mit scheinbar fehlender Farbe, daneben die Originalmarke

Bei meiner Recherche stieß ich auf einen Artikel des Briefmarken-spiegels 10/1999. Darin wurde von der Fachstelle für Fälschungs-bekämpfung auf eine plumpe wertlose Manipulation dieser Marke hingewiesen. Mittels eines Radiergummis lässt sich dieser Effekt schnell und effektiv „herstellen“. Die ungeprüfte Marke mit einem Ausruf von 500.- DM wurde damals vom Auktionshaus zurückgezogen.

Vorsicht vor Marken, die von der Originalfarbe abweichen! Eine Prüfung, oder eine Vorlage bei einem Sachverständigen ist deswegen anzuraten.

2013/05/13
von Wertfauna
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Pierre de Coubertin: Herr der Ringe

Er ist der Herr der Ringe. Genauer genommen Herr über fünf Ringe. Die Idee ist Pierre de Coubertin vor einhundert Jahren 1913 gekommen. Unverändert bis in die Neuzeit symbolisieren diese Ringe den Olympischen Gedanken. Sportliche Wettkämpfe mit den besten Sportlern und Sportlerinnen aus allen Kontinenten.

Coubertin1nachcoleriert

Pädagoge, Historiker und Sportführer
Pierre de Coubertin (die Ringe sind auf der Karte nachbearbeitet)

1916 fielen die Olympischen Spiele wegen des 1. Weltkrieges aus. Erst 1920 zur Olympiade in Antwerpen konnten die Olympischen Ringe erstmalig vorgestellt werden.

Coubertin 1313

Frankreich Mi. Nr. 1313

Um Missverständnissen über die farbliche Bedeutung der Ringe vorzubeugen, schrieb Coubertin 1931: „Die Gestalt ist symbolisch zu verstehen. Die Farben blau, schwarz, rot, gelb, grün sowie der weiße Hintergrund stellen die 6 Erdteile dar. Sie sind nicht einem speziellen Erdteil zugeordnet, sondern entsprechen den Farben aller Nationalflaggen.“

Coupertin 939

DDR Mi. Nr. 939

Coubertin Monaco 1834

Monaco Mi. Nr. 1834

1912 wurde Coubertin unter dem Pseudonym „Georges Hohrod und Martin Eschbach“ erster Olympiasieger in der Disziplin Literatur, mit dem Werk: Ode an den Sport.

Coubertin Bund

Marke aus 1968 Spiele in Mexiko
abgestempelt in München, Ort der Olympischem Spiele 1972

 Coubertin Entwurf

abgelehnte Entwurfsvorschläge zur Olympiaserie 1968

Am 1. Januar 2013 jährt sich Coubertins Geburtstag zum 150sten Mal.

2013/05/09
von Wertfauna
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Auweia: Zustellungsurkunde bringt 1966 Ärger…

Herr Ernst Böttger wohnt in Mittweida. Das ist eine Stadt mitten in Sachsen. Ihm wird 1966 eine Zustellungsurkunde ausgehändigt. Das riecht nach Ärger. Eine zufällig gefundene Postkarte aus dem Jahr 1940 unterstreicht den Anschein, dass es ihm nicht das erste Mal passiert ist bei Jemandem „anzuecken“.

Zustellungsurkunde HAINICHEN d 25.3.66 -11
Emil Ernst Böttger Am Neuen Friedhof

Friedhof Karte

MITTWEIDA 22.7.40
Böttger Nähe Friedhof

Friedhof Karte_RS

Karte Rückseite

„ Firma Böttger! Wie wir festgestellt haben ist unser Grab nicht fertig gestellt worden. Die anderen Gräber haben Sie versorgt, während unseres liegengeblieben ist. In 3 Wochen sollte es gemacht werden und keine 8 Wochen. Schreibe zum letzten Mal, andernfalls ich von dem Auftrag absehen werde. Mit deutschem Gruß …“

2013/05/05
von Wertfauna
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Das kleinste Postamt!

Der unsportliche, ungeduldige und vor allem der orientierungslose Philatelist, hat keine Chance, sich …

… in diesem Postgebäude …

kleinste Postamt Europas_Post   

… diesen Stempelabschlag …

kleinste Postamt Europas_Stempel

6690 S. CARLO (VAL BANONA) -9. -7. 97 –9

… zu besorgen. Und doch würde es viele reizen, hier höchstpersönlich zu erscheinen.

kleinste Postamt Europas_Überschrift


wird es genannt.

Geduld ist gefragt, denn die Öffnungszeiten sind in den Sommermonaten je nach „Andrang“ zwei (!) Stunden am Vormittag und zwei (!) Stunden am Nachmittag. Im Frühjahr und im Herbst ist die Pforte nur noch eine halbe Stunde am Tag geöffnet. Wer da zu spät kommt, muss eine Übernachtungsmöglichkeit auf dem Rücken mit sich führen, vorausgesetzt er hat sich vorher nicht verlaufen. Achtung! Es gibt nur einen festen Bewohner in der Nähe, den man nach dem Weg fragen kann. Ist man aber im Besitz des Stempels, kann man sich schon als kleinen „Abenteurer“ bezeichnen.

2013/05/01
von Wertfauna
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Briefmarkenhändler Klickow reimte in Offerten

 

Die Anzahl der Briefmarkenhändler in den ersten Nachkriegsjahren waren beachtlich. Viele witterten lukrative Gewinne. Der Markt um die Ausgaben der verschiedenen Besatzungszonen war heiß umkämpft. Dementsprechend wurden aufwendige An- und Verkaufslisten an potentielle Kunden geschickt.

Ein Händler aus Berlin fiel durch seine Originalität auf. Mit einem politisch leicht angehauchten Gedicht auf einer 2 RM Germania Marke sandte Albert Klickow aus Wilmersdorf seine Karten an sein Publikum. Er wusste sehr wohl, wie er sich durch geschickte Werbung von seinen Mitkonkurrenten unterscheiden und absetzen konnte.

Klickow Karte

BERLIN N4 ag 21.12.48 15

Seid einig, einig, einig!
Mahnt dieses Markenbild.
Mit gutem Willen, mein ich,
der Satz auch heut noch gilt.

Nord und Süd, sie reichen sich die Hände.
Ost und West, der Eisenvorhang trennt.
Berlin, es leidet ohne Ende,
nur weil es westlich sich bekennt.

Ein böses Jahr neigt sich zu Ende,
man weiß nicht, wie das neue ist.
Wir bleiben an der Jahreswende,
den Marke treu und Optimist.

Ich wünsch’ nun meinen Kunden,
und dem der’s wird und war,
viel Glück und frohe Stunden,
ein gutes neues Jahr.
Albert Klickow

Klickow Karte_RS

Kartenrückseite
ungewöhnlich es fehlt die Händleranschrift

Klickow Stempel

Vorkriegswerbestempel

2013/04/29
von Wertfauna
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Hildegard von Bingen auf Briefmarken

Eine kirchlich kurze Zeit von 833 Jahren musste vergehen, ehe Papst Benedikt XVI. am 7. Oktober 2012 Hildegard von Bingen (1098-1179) zur 4. Kirchenlehrerin von insgesamt 35 Kirchenlehrern erhob.
Bedingung für die Wahl ist der Tod der Person und dessen Heiligsprechung.

Hildegard von Bingen Mi.1018

Bund Mi. Nr. 1018

Hildegard von Bingen war sehr naturverbunden. Sie beschäftigte sich u.a. mit der Wirkung verschiedener Kräuter, die gegen Leiden eingesetzt werden konnten. Dazu verfasste sie mehrere medizinische Schriften. Ihr Bekanntheitsgrad war sehr hoch. Durch ihr selbstbewusstes Auftreten hatte sie schon zu Lebzeiten viele Anhänger.

Hildegard von Bingen Nr.1981

Bund Mi. Nr. 1981 

 
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2013/04/25
von Wertfauna
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US-Präsidenten werden (fast) immer durchnummeriert!

US- Wahlen stehen immer im Blickfeld der ganzen Welt. Dass Präsidenten nach ihrer Amtszeit durchnummeriert werden ist allgemein bekannt. Barack Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten und trotz seiner Wiederwahl bleibt er der 44. Präsident.

Es gibt einen Präsidenten, bei dem zwei verschiedene Nummern vergeben wurden. Grover Cleveland war der 22. und der 24. Präsident der USA. 1884 kam Cleveland das erste Mal an die Macht. Nach seiner Amtszeit wurde er durch Präsident Benjamin Harrison (1888-1892) abgelöst. Cleveland schaffte es durch viel Geschick erneut 1892 an die Spitze. Dass während seiner 2. Amtsperiode das Bankhaus Baring Brothers zusammenbrach und damit fast eine Weltwirtschaftskrise ausgelöst wurde, war eine Begleiterscheinung.

Cleveland schaffte außerdem ein bis heute einmaliges (aber freudiges) Ereignis: Während seiner 2. Amtszeit brachte seine Frau am 9.September 1897 ein Kind im Weißen Haus zur Welt.

Präsident Grover Cleveland

Ausgabe 1923 Mi. Nr. 564

2013/04/21
von Wertfauna
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Sind die Simpsons auf Briefmarken erfolgreich?

Homer, Marge, Bart, Lisa, Maggie gehören zu der bekanntesten amerikanischen Familie der Welt. Mit knapp 500 Folgen ist sie auch derzeitig die erfolgreichste Zeichentrickserie aller Zeiten. Im Jahr 2000 wurde den „Simpsons“ sogar ein Stern auf der Walk of Flame verliehen.
Lag es doch auf der Hand, so eine Erfolgsstory auch auf Briefmarken zu verewigen. Zum 20jährigem Familienjubiläum wurden 2009 eine Milliarde (in Zahlen 1.000.000.000) Sets, bestehend aus 20 Marken zu je 44 Cent, gedruckt.

Drei Jahre später stellte man betroffen fest, der Verkauf blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Dazu kam es 2012 wegen einer Portoerhöhung zur Ungültigkeit dieser Sondermarken. Bis dahin waren gerade mal 318 Millionen Sets verkauft worden. Alle liegengebliebene Kleinbögen wurden mit Beschluss der US- Post 2012 geschreddert.

Simpsons

Um eine Vorstellung von der gigantischen Menge zu bekommen, die vernichtet wurde, hier eine Überschlagsrechnung:
Bei 0,3 g pro Marke und einer Papierstärke von 0,1 mm sind das ca.10 Tonnen Papier sowie eine Stapelhöhe von ca. 3 km Höhe. Das ist selbst für erfahrene Bergsteiger schon eine beachtliche Höhe.

2013/04/19
von Wertfauna
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Kennen Sie Minderheiten in Deutschland?

Es gibt eine Dänische Minderheit. Die Partei der 50.000 Dänen mit deutscher Staatsangehörigkeit „SSW“ wirbelte 2012 den Kieler Landtag durcheinander.
Es gibt die deutschen Sinti und Roma: Die auf 70.000 geschätzten Sinti und Roma deutscher Staatsangehörigkeit wohnen vor allem in den großstädtischen Ballungszentren.
In der Ober- und Niederlausitz (Brandenburg) östlich von Elbe und Saale leben insgesamt ca. 60.000 Sorben (früher Wenden). Im Oktober 2012 feierten sie mit der Gründung der Domowina (deutsch = Heimat) ihr 100-jähriges Bestehen.

Sorben 100 Jahre

Sonderausgabe 2012

Kurzer geschichtlicher Abriss:
• Bereits am 10. Mai 1945 wurde die Domowina als erste demokratische Organisation in Deutschland nach dem Krieg neu gegründet.
• 1948 beschließt der Sächsische Landtag ein Gesetz zur Wahrung der Rechte der sorbischen Bevölkerung.
• 1964 führt die Neuregelung des sorbischen Schulunterrichtes zum drastischen Rückgang der Teilnehmer am sorbischen Sprachunterricht
• 1966 führte die Post der DDR zweisprachige Tagesstempel ein.
Das Postamt Bautzen hatte 29, Hoyerswerda 32 Cottbus 23 und Senftenberg 6 verschiedene zweisprachige Tagesstempel
Quelle: Wikipadia, se 2/93, S. 108

Sorben DDR 1668-71

DDR Mi. Nr. 1668-71
Spezialsammler suchen vor allem Stempel mit zweisprachigem Text:

Sorben Hoyerswerda   Sorben Weißwasser

7700 HOYERSWERDA 1                                    7580 WEISSWASSER 1
30.08.83 -14                                                                10.03.09 -14
WOJERECY 1                                                          BELA WODA 1

2013/04/16
von Wertfauna
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Stalin auf Briefmarken und Briefen

Als Stalin am 5. März 1953 starb, brachen viele Menschen in echte Tränen aus. Für das Volk war er der starke Russe, der sich Hitler widersetzte und ihn im Zweiten Weltkrieg nach Deutschland zurückdrängte. Er vollbrachte für viele ein Wunder, in dem er ein rückständiges Agrarland industrialisierte und zu einer Supermacht heranführte. Er war aber auch ein Kommunist, der von 1922 bis 1952 seine Partei mit harter Hand führte. Das Volk jubelte ihm zu. Auch in Ostdeutschland wurde er für viele ein Vorbild. Ihm zu Ehren und Gedenken brachte die Post der DDR am ersten Todestag eine Sondermarke heraus.

Stalin EF_Detail

DDR Mi. Nr. 425
NEUSTADT (ORLA) b 8.11.54 -18
Beileids- Telegramm zum Hinscheiden Josef Wissarionowitsch Stalin

An die Sowjetische Kontrollkommission in Deutschland
Abt. Transport und Verbindungswesen
z.H. des Herrn General Woronitschew
Berlin- Karlshorst

Mit tiefer Erschütterung haben wir die Nachricht vom Hinscheiden des Vorsitzenden des Ministerrates der UdSSR und Sekretäre des Zentralkomitees der KPdSU, J.W. Stalin, aufgenommen. Wir teilen den tiefen Schmerz, der die Herzen der Sowjetmenschen durch den Verlust ihres geliebten Führers und großen Staatsmannes, des Lehrers der gesamten fortschrittlichen Menschheit, ergriffen hat. Das deutsche Volk verliert mit J.W. Stalin seinen besten Freund, dessen Rat und Hilfe in unserem Kampf um ein einheitliches, demokratisches und unabhängiges Deutschland uns ständig zuteil wurde. Wir geloben, noch gründlicher als bisher die Lehren Stalins zu verwirklichen und sein Vermächtnis zu erfüllen sowie die Freundschaft des deutschen Volkes mit den Völkern der Sowjetunion noch mehr zu festigen.

Dr. Schröder
Staatssekretär Leitung des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen

Quelle: Amtsblatt Nr. 10 Jahrgang 1953 vom 8. März 1953

Stalin 297

DDR Mi. Nr. 297 an der Seite von Wilhelm Pieck

Stalin 1954 1737

Mi. Nr. 1737 Stalin in einer Reihe mit Marx, Stalin und Lenin

Nach seinem Tod begann man langsam seine dunkle Vergangenheit aufzuarbeiten. Dabei kamen viele seiner Verbrechen und Auftragsmorde an das Tageslicht. Stalin entledigte sich seiner politischen Gegner mit Straflager, Deportationen und Hinrichtungen. Sechs Millionen Menschen waren von der Verfolgung betroffen.

Deshalb steht heute die Bezeichnung „stalinistisch“ für eine diktatorische und totalitäre Führung. Quelle:Wikipedia

Der unten abgebildete Beleg ist eine kleine Sensation. Im Mittelpunkt steht nicht die Frankatur, sondern das Datum. Als die Marke an die Postschalter kam, reichten für eine Frankatur 20 Pfennige aus. Aber nur für eine Postkarte ins Ausland. Für viele Sammler unverständlich.

Stalin EF 8.11.54

DDR Mi. Nr. 425

Aus den Akten der Post aber erst nachvollziehbar: Man rechnete mit einer baldigen Gebührensenkung von 24 Pfg. auf 20 Pfg.

Stalin 02.54

24 Pfennig Frankatur vom Februar 1954

Die Sammler verbrauchten die Marke aber anderweitig, u.a. für die Frankierung von Paketkarten.

Stalin 02.55

20 Pfennig Frankatur vom Februar 1955

Nach der offiziellen Gebührensenkung im Oktober 1954 wurden die Briefe mit den neu herausgegebenen Marken frankiert. Briefe mit der nun portogerechten Stalinmarke waren bislang unbekannt. In der DBZ Nr. 24/12 wurde ein Beleg vom 9. Oktober 1954 vorgestellt.