Der Whisky-Wodka Vertrag vom 17.September 1945

Die für die Amerikaner wichtige Nord- Süd Verbindung von Bremen - Hannover - Göttingen – Bebra über Fulda nach Frankfurt/Main führte nicht nur durch britisches Besatzungsgebiet, sondern auch 4 km durch die Sowjetische Besatzungszone. Diese 4 km verliefen allerdings nicht immer störungsfrei.
Der Haltepunkt Werleshausen lag auf dem Gebiet der SBZ.

 

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  Quelle: Handskizze aus dem Grenzlandmuseum Siegerland

Die von den Deutschen gesprengte Bahnbrücke bei Oberrieden wurde schnell repariert und konnte ab dem 10.8.1945 wieder eingleisig befahren werden. Die sowjetischen Posten sperrten am Haltepunkt Werleshausen die Bahnstrecke. Der gesamte Zugverkehr musste nun über Kassel umgeleitet werden.

Am 13.September 1945 wurde erneut der Zugverkehr gewaltsam von der russischen Seite unterbrochen. Ein größerer Konflikt bahnte sich an.

Am 17. September 1945 trafen sich die örtlich zuständigen kommandierenden Generäle, der amerikanische Brigadegeneral W. T. Sexton und der Held der Sowjetunion Generalmajor V. S. Askalepov zu Verhandlungen in Wanfried/Hessen, 14 km östlich von Eschwege. Schnell und ohne größeres Aufsehen wurde das Wanfrieder Abkommen über eine Veränderung der Demarkationslinie zwischen den Kreisen Witzenhausen und Heiligenstadt ausgehandelt. Der Vertragsinhalt wurde innerhalb von zwei Tagen vollzogen, indem sich die amerikanischen wie auch die sowjetischen Truppen bis zum 19.September 1945 um 18.00 Uhr an die neue Demarkationslinie zurückzogen.
 
 

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Der Vertrag vom 17.9.1945 ging in die Geschichte auch als sogenannter “Whisky-Wodka-Vertrag” ein. Das amerikanische und das russische Nationalgetränk sollten für die erfolgreichen Verhandlungen und deren zügigem Abschluss nicht ohne Bedeutung gewesen sein.

Übersetzung des englischen Textes des Wanfrieder Abkommens
vom 17.9.1945:

VEREINBARUNG
Hauptquartier der 3. Division der US-Armee
17. September 1945
Brigadegeneral Sexton, der Vertreter des amerikanischen Hohen Kommandos, kommandierender General der 3. Infanterie-Division und der Vertreter des sowjetischen Hohen Kommandos, Generalmajor Askalepov, kommandierender General der 77. Gardeinfanterie-Division, sind von ihren jeweiligen Regierungen befugt, die bestehende Demarkationslinie zwischen den Kreisen Witzenhausen und Heiligenstadt zu ändern und haben bei einer Zusammenkunft in der Stadt Wanfried/Sachsen, Deutschland, am 17. September 1945 folgende Vereinbarung unterzeichnet:

VEREINBARUNG
1. Es wird zwischen den Unterzeichneten, den autorisierten Vertretern ihrer jeweiligen Regierungen, gemeinsam vereinbart und festgesetzt, daß mit Wirkung vom 17. September 1945 die Grenze zwischen der US-Besatzungszone in Deutschland, wie auf der angehefteten Karte (Anlage Nr. 1) - Deutschland: 1:25000, Kartenblätter 4625, 4626 angegeben, geändert wird.
2. Der Rückzug der Truppen zu der neu festgelegten Demarkationslinie wird bis 19. September 1945, 18.00 Uhr, amerikanische Zeit, abgeschlossen.
3. Die in den bezeichneten Gebieten wohnende Bevölkerung bleibt dort mit ihrem Eigentum.

UNTERZEICHNET:
1. Kommandierender General der 3. Infanterie-Division,
gez. Brigadegeneral W. T. Sexton
2. Kommandierender General der 77. Gardeinfanterie
Division, Held der Sowjetunion, Generalmajor, gez. V. S. Askalepov

ZEUGEN:
Amerikaner:
1. Charles E. Johnson Oberst
2. Lloyd B. Ramsey, Oberstleutnant
Sowjets:
1. Gardeoberst Tarasov
2. Gardeoberstleutnant Paschenko

Die englischen und russischen Abschriften sind identisch.
Das Abkommen besiegelte eine Korrektur der Demarkationslinie. Der Gebietsaustausch hatte weitreichende Auswirkungen auf nahezu eintausend Einwohner der betroffenen sechs Dörfer.

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