“Ostsoldatensuche” auf kuriosem Brief

torsten schrieb's. Am 19. August 2010 um 7:00 Uhr.

Versteigert wurde ein ganz normaler Einschreibbrief aus Wurzbach nach Heiligenstadt. Was gleich auffällt, sind zwei verschiedene Schreibstile auf dem Umschlag. Beide Wörter: „Einschreiben“ und „Ostsoldatensuche“ wurden in deutscher Schrift geschrieben.

Apropos Ostsoldatensuche. Der Briefschreiber hatte jedenfalls so große Probleme mit diesem Wort, dass er mit seiner gewohnten Schrift die Anschrift in Sütterlin vervollständigt hat. Ob die Post mit dieser kuriosen Anschrift sein Ziel erreicht hat, ist nicht bekannt.

 

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WURZBACH  a (THÜRING.) 11.2.46  19-17

 

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kommt selten vor:
seltener Stempelfehler in der Uhrzeit: 19 statt16 Uhr

Hoppla, - fast verpasst: 50. Todestag von Hans Albers

torsten schrieb's. Am 13. August 2010 um 8:16 Uhr.

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Bund Mi. Nr. 1561

Vielen Leserinnen und Lesern ist er bekannt. Der blonde Hans mit dem unwiderstehlichen Blick, der kaum einer Frau widerstehen konnte. In Hamburg auf dem Hans-Albers-Platz befindet sich ihm zu Ehren ein überlebensgroßes Denkmal.
 
Und doch war vieles ganz anders. Zur See ist er nie gefahren. Seine Haare waren nur ein Toupet, das seine Halbglatze verbarg. Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er auch nicht in Hamburg, sondern in Berlin in den Studios und am Starnberger See, wo er wohnte.

Und dennoch spielte er seine Rollen überzeugend. In den Filmen, wie „Der blaue Engel“, „Große Freiheit Nr.7“ oder „“Der Mann, der Sherlock Holmes war“ spielte und sang er sich in die Herzen aller Zuschauer.

Hans Albers starb am 24. Juli 1960 im Alter von 68 Jahren am Starnberger See.

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Sonderumschlag zum 100. Geburtstag 1991

Rennrad WM am 13. August 1960 am Sachsenring

torsten schrieb's. Am 13. August 2010 um 7:00 Uhr.

Vor 50 Jahren, am 13. August 1960, fand die 27. Weltmeisterschaft im Straßenradsport statt. Es sollte die einzige in der ehemaligen DDR ausgetragene WM sein. Sportstätte war u.a. der Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal/ Sachsen.

Die vielen Zuschauer an der Rennstrecke wurden Zeuge einer spektakulären Taktik der beiden Radsportamateure Gustav-Adolf Schur und Bernhard Eckstein. Schur, der bereits 2 Weltmeistertitel in der Tasche hatte, ließ Eckstein in der letzten Runde einfach fahren. Der in der Spitzengruppe mitfahrende Belgier Vandenberghen konzentrierte sich zu sehr auf den führenden Schur und bemerkte viel zu spät, dass Eckstein auf einmal auf und davon fuhr. Eckstein gewann das Rennen und damit den Weltmeistertitel.

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Eintrittskarte zur Rad- Weltmeisterschaft auf dem Sachsenring

   

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DDR Mi. Nr. 779 mit Druckvermerk

 

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          FDC- Umschlag zur Rad Weltmeisterschaft

 

Bis heute werden auf dem Sachsenring Hohenstein- Ernstthal internationale Wettkämpfe im Motorsport ausgetragen.

Tintenstrahldrucker oder “Killing me softly”

torsten schrieb's. Am 10. August 2010 um 17:49 Uhr.

Immer mehr Briefe mit einem eigenartigen Stempel, der von vier Winkeln eingerahmt ist, landen in unseren Briefkästen. Es handelt sich hierbei um eine neue Form der Entwertung mit einem Tintenstrahldrucker.

Schon seit 2007 läuft ein Versuch in Nürnberg, Maschinen mit Tintenstrahlentwertungen einzusetzen. Ab dem 16.3.2009 erprobte das Briefzentrum 80 in München eine weitere Variante mit einer Zeitangabe in der 2. Zeile des Stempels. Dieser Versuch endete knapp einen Monat später. Möglicherweise erfolgreich, denn immer mehr Tintenstrahl-entwertungen mit dieser Variante tauchen auf, allerdings nur mit Angabe der vollen Stunde. Stempel mit Stunde, Minute und Sekunde haben bisher noch nicht vorgelegen.

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Briefzentrum 98 ma vom 07.06.10 um 10:00 Uhr
 
Diese Entwertung ist für jeden ernsthaften Briefmarkensammler eine Katastrophe

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Briefzentrum 18 ma vom 08.06.10 um 19:00 Uhr

Der Stempel wurde doppelt abgeschlagen
 
 Briefzentrum 80 ma vom 13.06.10 um 10:00

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Die Briefmarke wurde 4 Stunden später mit einem weiteren Maschinenstempel
nochmals entwertet. Und das gerade im Briefzentrum 80 in München. Dort waren die Mitarbeiter am längsten mit der neuen Technik vertraut.

Über Parteidienstmarken und Mitgliedsmarken von CDU, Volkssolidarität und DSF

torsten schrieb's. Am 5. August 2010 um 7:34 Uhr.

Wer in einen Verein, eine Partei oder in eine der Massenorganisationen eintritt bekommt ein Mitgliedsbuch und bezahlt einen monatlichen Obolus. Um sich finanzieren zu können, hat man 1947 eine Parteitagspflichtmarke eingeführt.

„An alle Kassierer der Betriebs- und Wohnbezirksgruppen

Das Zentralsekretariat der SED hat in seiner Sitzung vom 16.6.47 beschlossen, zur Finanzierung des vom 20. bis 24.9. in Berlin stattfindenden Parteitages, sowie der Landes- und Kreiskonferenz eine „Parteitagspflichtmarke“
herauszugegeben. …

 

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… Diese Extramarke ist im Werte von RM 0,50 für Jugendliche, Berufslose, Frauen (berufslos) und Rentenempfänger und im Werte von RM 1,00 für alle übrigen Mitglieder herauszugegeben. …
 

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 Das Anschreiben als Drucksache SCHMALKALDEN  f  5.8.47   -18

… Ganz bewusst wurde der Preis der Marke so niedrig gestellt, damit der Umsatz an jedes Mitglied gewährleistet wird.“

Das Beispiel machte Schule. Es entstanden in den Parteien, Vereinen und Massenorganisationen Möglichkeiten, mit Hilfe der Beitragsmarken Gelder für den Fortbestand einzutreiben. Um Abwechslung in die meist tristen Marken zu bekommen, wurden reich bebilderte Sondermarken eingeführt.

Beispiele für Mitgliedsmarken

Mitgliedsmarken einer Partei:
die CDU

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Mitgliedsmarken einer Massenorganisation:
die Volkssolidarität

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 Mitgliedsmarken der DSF (Deutsch- Sowjetischen Freundschaft) mit 
 ansprechenden Raumfahrtmotiven


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…als Ostflüchtling brauche ich sehr nötig einen Füllhalter!

torsten schrieb's. Am 1. August 2010 um 8:12 Uhr.

Im Dezember 1945 gab ein Geschäftsmann aus Dortmund eine Annonce in der Thüringischen Volkszeitung auf. Darin wurden u.a. Füllfederhalter angeboten. Aus der umfangreichen Post, die teilweise noch vorhanden ist, werden hier an dieser Stelle einige besondere Bestellungen gezeigt.

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  ERFURT au 10.12.45  12-13
   

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             WEIMAR 1 u 10.12.45  -11      

 

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            alte Füllfederspitze

 

„… Bitte doch, wenn möglich um Ihre gefl. Offerte über einen erstklassigen Füllhalter m. echter Goldfeder evtl. einschl. Füllblei in einem guten Lederetuieu. Ihrem gefl. Bescheide recht bald entgegensehend, zeichnet …“

„…bitte ich um Übersendung von 5 Füllfederhaltern, und zwar in folgender Ausführung: Kolbenfüller mit einer Feder mit Osmium- Iridiumspitze, extra fein. …“

„…Ist es möglich, dass man die Feder mal ausprobiert?…“

„…Ich bin Ostflüchtling und habe auf der Flucht alles eingebüßt. Für meinen Beruf brauche ich sehr nötig einen Füllhalter….“
 

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 Rückseite der Postkarte aus Erfurt

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 Rückseite der Postkarte aus Weimar

Warum hat das Bachsiegel etwas mit Bach zu tun?

torsten schrieb's. Am 28. Juli 2010 um 6:54 Uhr.

Die einzige Neuausgabe  im Jahr 1950 wurde dem 200. Todestag Johann Sebastian Bachs gewidmet.

Den meisten Bund- Sammlern sind diese beiden Marken als  „Bachsiegel“ vertraut.

 

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Bund 1950 Mi Nr. 121- 22

Was verbirgt sich hinter diesem Siegel? Warum soll das von Bach sein? Ganz einfach. In diesem Siegel wurden zweimal die Anfangsbuchstaben seines Namens versteckt.

 

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 JSB in Normalschrift  
                  von links oben nach rechts unten                      

                                  

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 JSB in Spiegelschrift 
von rechts oben nach links unten

 

Alle Buchstaben zusammen ergeben das bekannte Bachsiegel.

Über das Institut der Philatelie (IP) von 1947

torsten schrieb's. Am 24. Juli 2010 um 8:28 Uhr.

Jeder kennt diese Marke, oder hat sie schon einmal gesehen. Kaum einer weiß aber, was die Buchstaben „I“ und „P“ auf der Weltkugel bedeuten.

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Das Institut für Philatelie (IP) wurde am 4.Oktober 1947 in Cottbus gegründet. Ziel war die Förderung, Pflege und Verbreitung der Philatelie. Die Arbeit wurde in acht Punkten gegliedert:

Punkt 1
Forschungsergebnisse werden über Fachzeitschriften veröffentlicht. Darüber hinaus soll es Lehrbücher, Handbücher und Kataloge geben.

Punkt 2
Aufbau einer philatelistischen Bibliothek

Punkt 3
Archivierung von philatelistischen Belegen auf Fotos und Dias

Punkt 4
Aufbau von Spezial- und Forschungssammlungen
Beschaffung aller Neuheiten der Welt

Punkt 5
Fälschungsbekämpfung

Punkt 6
Berichte und Informationen an die Fachpresse
Werbung und Aufklärung in der Tages- und Fachpresse

Punkt 7
Zusammenarbeit mit philatelistischen Autoren und Organisationen
im In- und Ausland.

Punkt 8
Einbindung von prominenten Philatelisten des In- und Auslandes.
Ehrungen für hervorragende Leistungen

 

Vom 10.- 13 Juni 1948 fand in Cottbus der 1. Cottbusser Philatelisten Congreß statt. Aus diesem Anlass wurde ein Sonderumschlag herausgegeben. Eigenwillig ist die Gestaltung des Gebühr- bezahlt Stempels.

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      (2) COTTBUS  Philatelisten Congress  10.-13.6.1948

 

Zur ersten Tagung der AG am 31. Juli 1948 wurde der Tag der Briefmarke auf den 24.10.1948 festgelegt. Dieser Tag soll entsprechend gewürdigt werden u.a. mit der Herausgabe eines neuen Postwertzeichens mit dem Logo IP. Der Erlös dieser Zuschlagsmarke soll dem Philatelistischen Institut zugute kommen.

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Sonderstempel (2) COTTBUS 1  24.10.48
INSTITUT FÜR PHILATELIE

Kurzes “s” oder auch die Geschichte vom “Röschenhof”

torsten schrieb's. Am 20. Juli 2010 um 8:03 Uhr.

Rechtschreibfehler, wie bei Bertold - Entschuldigung Bertolt Brecht (DDR Mi. Nr. 593-94), sollten in der Regel nicht passieren. Viele Kontrollen muss eine Marke über sich ergehen lassen, bis es zum Druck kommt. Dazu gehört in der Regel auch der Begleittext auf der Marke.

Der Text auf der unten gezeigten Postkarte ist in Fraktur geschrieben. Bei so einem Schriftstil sind allerdings Regeln zu beachten.

Das orthografisch falsche kurze „s“ in “Märkisches Museum“ verlangt das lange „ſ“ als Anlaut oder Mitlaut. Das kurze „s“ steht meistens am Ende. 

In der heute nur noch gebrauchten Antiqua- Schrift gibt es das lange „ſ“ nicht mehr. Grund dafür ist unter anderem die Verwechslungsgefahr mit dem kleinen „f“.

 

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DDR P95 richtig geschrieben: Märkisches und Museum mit langen „ſ“

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DDR P95 falsch geschrieben: Märkisches und Museum mit rundem „s“

Praktisches Beispiel aus dem Preußischen Rentenamt von 1822
Schrift ist in Fraktur, das lange „ſ“ wurde hervorgehoben:

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Sollten frühere Realansprüche zur Eintragung auf gedachte Grundstücke angemeldet seyn, so wird das Vorzugsrecht derselben bestritten, und es werden dem Königl. Fiskus seine Rechte dieserhalb vorbehalten.
Schleusingen, den 25. Dezember 1822
Das Königl. Preuß. Rentenamt

Ein Radioklassiker ist der Röschenhof, der die ganze Problematik wunderbar vorführt.


Röschenhof  (Rös – chen – hof)  mit kurzem s
oder
Rö ſchenhof (Röschen – hof)  mit langem s

das ist hier die Frage. Die Lösung ist ebenso überraschend wie verblüffend.

“…rückständige Miete für das Gefangenenlager auf meinem Grundstück in Arnsdorf…”

torsten schrieb's. Am 17. Juli 2010 um 7:33 Uhr.

Der Postverkehr in Sachsen wurde nach Kriegsende bis auf wenige Ausnahmen kaum unterbrochen. Mit der Maßgabe, das Kopfbild unkenntlich zu machen, entstanden die verschiedensten Formen der Schwärzungen, die von Spezialsammlern gesucht sind. Innerhalb von Sachsen gab es drei Gebiete, die das Einsetzen der Schwärzung und die Dauer der Verwendung unterschiedlich handhabten: Reichspostdirektion Dresden, Chemnitz und Leipzig.

Unten gezeigte Postkarte aus Sachsen nach Dresden zeigt die unterschiedlichen Handhabung der Verfügungen. Während in Chemnitz die Schwärzung zum Zeitpunkt des Postversandes noch galt, war sie in Dresden schon beendet.

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  Arnsdorf 27.6.(45) mit Nachgebühr

„…Alle nach dem 20.6. noch  mit den bisherigen Marken freigemachten Sendungen sind als nichtfreigemacht zu betrachten…“

Quelle: „Die sächsischen Schwärzungen 1945“ Bd. 1 Seite 160, Vf. OPD Dresden vom 19.6.45 – I. ehem. VerwA BDP Dresden, Soz., Nr. 41, Bl. 6

Die Nachgebühr, die sofort vom 21. Juni 1945 erhoben wurde, betrug den einfachen Portosatz (hier 6 Rpf.)

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  Rückseite

„…teile Ihnen mit, dass ich den Betrag überweise, sobald wir vom Herrn Landrat zu Dresden die rückständige Miete für das Gefangenenlager auf meinem Grundstück in Arnsdorf angewiesen wird….“