Blue Chips der Philatelie I: Posthornsatz

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„…mit Posthornsatz?“  „Ja“  sagte der betagte Herr! Da schnellten die Augenbrauen des jugendlichen Sammlers in die Höhe  „WOW,   mit Posthornsatz,   toll“.   Die Herzfrequenz des Fragestellers und die Freude des älteren Sammlers kommen in diesem kurzen Dialog zum Ausdruck. Und hier sind wir bereits bei den Blue Chips der Philatelie!

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Und das ist der berühmt berüchtigte Posthornsatz! Aber er muss postfrisch sein!

Im Laufe des 6. Nachkriegsjahr (1951) erschienen 16 verschiedene Wertstufen mit dem Posthornmotiv zu insgesamt DM 5,15! Eine enorme Summe der damaligen Zeit, wenn man bedenkt, dass der Stundenlohn in Pfenningen ausgehandelt wurde und für die meisten damals unter DM 2.- betrug. Die Post verlangte für die Freimachung eines Briefes 20 Pfennige. Kaum einer, außer den hart gesottenen Briefmarkensammlern hatten sich 1951 den Posthornsatz zur Seite gelegt. Einfach mal so. Die Posthornmarken wurden im Postverkehr aufgebraucht, will sagen: der überwältigende Teil der Auflage wurde abgestempelt. Und die Auflagezahlen sind gigantisch! Der Wert zu 4 Pfennige (u.a. Drucksachenporto) wurde fast 2 Milliarden (!!) mal gedruckt; der Wert zu 10 Pfennig (u.a. Postkartenporto) gar über 3,5 Milliarden mal; selbst der Wert zu 20 Pfennigen (u.a. Briefporto) wurde über 2,5 Milliarden mal gedruckt. Ein mit Tagesstempeln entwerteter Posthornsatz stellt ein Wert von lediglich ca. € 8.- bis 18.- dar.

Der postfrische Posthornsatz (ungestempelt und mit jungfräulichem Originalgummi) wechselt heute, je nach Erhaltung, meist für unter € 1.000.- den Besitzer.

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