…da haben die doch glatt selber Briefmarken hergestellt!

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Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg war nicht nur für die Deutsche Post eine Ausnahmesituation. Eifrige Bürgermeister versuchten deshalb selbst, Briefmarken unter teilweise schwierigsten Bedingungen herzustellen. Manchmal gab es dazu eine amtliche Genehmigung (Beispiel Apolda). Aber auch ohne Zustimmung wurde fleißig gedruckt (Beispiel Walldorf) Für die Briefmarkensammler der ersten Stunde war es ein fast unlösbares Problem, alle Neuheiten zu bekommen. Schwierig war auch zu unterscheiden, welche amtlicher Herkunft entstanden und welche im Keller gedruckt wurden.

Der wachsende Unmut über die Flut der Ausgaben äußerte sich auch im Text der nachfolgenden (philatelistisch frankierten) Postkarte. Ein interessantes Stück Zeitgeschichte.

Berlin Karte Text_RS

Lieber Herr Dr. Speck!
Sollten Sie noch etwas über Ganzsachenneuerscheinungen in Sach(s)en oder auch in anderen Landesstellen hören, so wäre ich Ihnen für frdl. Mitteilung; möglichst unter Vorlage der Stücke, sehr dankbar. Der Zerstückelungswahnsinn scheint ja nun ein Ende nehmen zu sollen, nachdem die Alliierte Kommission die Verausgabung einheitlicher Marken für ganz Deutschland angeordnet hat.
Die Beschaffung all der Kleinstaaten – Marken und Ganzsachen ist unter heutigen schlechten Postverhältnissen schwieriger und zeitraubender als früher die Neuheitenbeschaffung aus aller Welt!
Ich sende Ihnen heute meine herzlichsten Grüße und verbleibe Ihr ergebener …Unterschrift“

Berlin Karte Text

BERLIN- CHARLOTTENBURG p 29.10.45 – 19

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