„es wird auch nur geliefert was teuer ist“

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Eine Postkarte aus dem Jahr 1948 zeigt mit schonungsloser Offenheit die Härte des Briefmarkengeschäftes in der Nachkriegszeit. Es war (ist) eben nicht immer ein Zuckerschlecken.

Händlerbeschwerde_RS

Sehr geehrter Herr Körner!
Mit Ihren Amp. Marken (gemeint sind wohl die AM- Postmarken) haben Sie mich stiefmütterlich behandelt. Plauen kann ich Ihnen nicht mehr liefern. Die Massenware kann ich leider nicht so zusammenbringen, da mir die Zeit fehlt und ich in Plauen u. Umgebung absetze kann und nicht solange auf Geld warten brauche. Bestellungen tel. aufgeben und Überweisung tätigen, sonst Verlustgeschäfte. Es wird auch nur geliefert was teuer ist. Alles nur Spekulation auf Kostender Allgemeinware. Der letzte große Posten Finsterwalde in einer Hand kommt zum Verkauf. Solange Lieferung erfolgt, kann ich geben bis 10 Satz 5,25 100 Satz 5,10 250 Satz 4,90. Saarüberdruck mit 70 RM detail lieferbar und Amp kpl. 70.- lt. Detail- Offerten. Ich kaufe nur das was günstig in Zukunft und falle nicht mehr herein.
Mit besten Gruß …“

Händlerbeschwerde

PLAUEN (VOGTL) 1 -1.4.48

Eine Preisliste eines Händlers aus dem Odenwald von 1947 zeigt deutlich die Papierknappheit, die um jeden Preis ausgeglichen werden musste. Papierabgaben waren daher ein Muss.

Händlerliste_RS

„…Lieferungen nur jeweils 100 Stück und 10 kg Altpapier bei 7 kg Neugewicht. …“

Händlerliste

FRANKFURT (MAIN) 2 6.8.47 9-10

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