2015/02/02
von Wertfauna
Keine Kommentare

Der Braunkohleabbau: woher und wohin?

In Deutschland wird etwa ¼ der elektrischen Energie aus Braunkohle gewonnen. Da der Energiegehalt der Braunkohle gegenüber der Steinkohle gering ist, müssen riesige Mengen abgebaut werden. Immer wieder wird über die Bedeutung des Braunkohlenabbaus diskutiert. Die Stilllegung von sieben Atomreaktoren 2011 konnte noch über die Braunkohle abgefangen werden. Doch das Klimaziel ist vorgeschrieben. Auch Deutschland soll den Ausstoß von CO2 Emissionen deutlich reduzieren. Wie sehr davon zukünftig der Braunkohlenabbau betroffen sein wird, bleibt abzuwarten. Für den 700 Jahre alten Ort Pödelwitz südlich von Leipzig ist es jetzt schon zu spät. 2028/29 soll er den Baggern zum Opfer fallen.

Boxberg Tagebau Kohle bearbeitet
Um an die Braunkohle zu kommen, müssen sich riesige Maschinen tief in die Erde fressen. Zurück bleibt eine trostlose Mondlandschaft.

Es dauert viele Jahre, bis aus den Baggerlöchern
wieder begehbare Landschaften entstehen, Seen zulaufen
und Bauern wieder Ernten einfahren können.

2015/01/29
von Wertfauna
Keine Kommentare

Kurt Tucholsky über Satire

Tucholsky ist wieder stark im Trend. Er wird getwittert und gegoogelt. Der Anlass ist eher traurig. Der Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ am 7. Januar 2014 erschütterte nicht nur Frankreich. 12 Menschen starben in Paris im Kugelhagel.

1919 schrieb Kurt Tucholsky (1890 – 1935) über die Satire folgende Zeilen:

„Übertreibt die Satire?
Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.
Was darf Satire? Alles.“
Tucholsky DDR 1990 MiNr_3321

DDR Mi. Nr. 3321
Diese Marke gehörte 1990 zu den letzten Ausgaben
der damaligen DDR, die an die Postschalter kamen.

Vor 100 Jahren wurde Tucholsky als Soldat eingezogen. Nach einem kurzen Fronteinsatz wurde er in die Presseabteilung verlegt. Ein Militärmagazin sollte herausgegeben werden und Tucholsky sollte das Konzept erstellen – für den Pazifisten ein fast unlösbares Problem.
Quelle: Rolf Hosfeld „Tucholsky-Ein deutsches Leben“.

Ich habe bereits hier über Tucholsky geschrieben.

2015/01/25
von Wertfauna
Keine Kommentare

Muss nun mit Zollkontrollen auf dem Matterhorn gerechnet werden?

Bergsteiger aufgemerkt. Wer eine Besteigung des Matterhorns plant, muss mit Zollkontrollen auf ca. 3400 Meter rechnen. Die Kontrolleure aus Afrika wurden extra für ihren Job auf dem Kilimandscharo ausgebildet.

Kein Scherz. Nach Erkenntnissen von Geologen besteht das Matterhorn aus zu einem beträchtlichen Teil aus Gesteinen afrikanischer Herkunft. Die Spitze des Berges besteht ab etwa 3400 Metern Höhe hauptsächlich aus metamorphen Graniten und Gneisen der zur afrikanischen Kontinentalplatte ge¬hörenden apulischen Platte. Die Ursache für das heutige enge Zusammenliegen ozeanischer Meeres¬ablagerungen und afrikanischer Gesteinstypen liegt in der Alpenbildung.
Quelle: http://www.bwg.admin.ch

Schweiz Matterhorn

Darstellung des Schweizer Matterhorns
Am linken oberen Markenrand hat sich kein Gesteinsbrocken gelöst.
Aber keine Gefahr …

Schweiz Matterhorn umgekehrt

Darstellung der Landkarte von Afrika
… der Gesteinsbrocken entpuppt sich als das Land Madagaskar

Der kopfstehende Aufdruck „HELVETIA“ ist ein geschickter Schachzug des Schweizer Musikers und Entwerfers dieser Marke Stephan Eicher. Wird doch dem Sammler etwas Wertvolles vorgegaukelt.

Schauen Sie sich doch den Berg in der Nähe etwas genauer an und fragen Sie auch mal einen Geologen! Vielleicht lassen sich Spuren aus Amerika oder Australien nachweisen. „Das wäre doch der Gipfel!“

2015/01/21
von Wertfauna
Keine Kommentare

Die Infopost wird teurer! Werden die Werbebriefe nun weniger?

Die Infopost für Standart Werbebriefe steigt nach 10 Jahren Preisstabilität um 3 Cent auf 28 Cent. Viele Firmen sind sicherlich wenig begeistert. Möglich, dass der eine oder andere Info- oder besser gesagt Werbebrief aus Kostengründen nun nicht mehr verschickt wird. Die Verbraucher freut‘s.

Infopost 28 Cent

Bund Mi. Nr. 3088

Ausgerechnet die neue 28 Cent Infopostmarke sorgt für Irritationen beim Verbraucher. In der Tagespresse und im Internet wurden sechs Neuerscheinungen für den 3. Juli 2014 angekündigt. Wer nun aber versuchte, diese 28 Cent Marken in einer Postfiliale zu kaufen erhielt als Antwort für die nicht vorrätigen Marken: „Sie steht nicht auf dem Ankündigungsblatt der Deutschen Post AG und kann auch nicht bestellt werden.“

Infopost 28 Cent 2014_1

Quelle: Ankündigungsblatt der Deutschen Post AG und Auszug aus der FP vom 3.7.14

Die neuen Marken werden nur in größeren Stückzahlen an größere Filialen versandt. Pech für die vielen kleinen Postämter, die weit verbreitet im Land verteilt sind. Pech für den Verbraucher. Warum wohnt er auch nicht in einer großen Stadt.

2015/01/17
von Wertfauna
Keine Kommentare

„Unter Buchen sollst Du suchen…“

Wenn der September sich langsam dem Ende neigt und der Wind uns die bunten Blätter ins Gesicht weht, beginnt der Herbst. In einer oft ungemütlichen Zeit zieht es uns nur noch an den wenigen sonnigen Tagen in die Natur. Entspannung für Geist und Körper bringt ein kleiner Herbstspaziergang im Wald.

Buchenwald Umschlag_Text

Bund Mi. Nr. 2564

Wenn man genau hinschaut, sind es gerade die Buchen, an denen man auf den Stämmen oft Liebesschwüre oder andere Nachrichten lesen kann. Unwiderruflich vernarbt in der Rinde, kann man oft noch Jahrzehnte später, diese gekritzelten „Botschaften“ nachlesen.

Das Wort Buchen ist ein Homonym. Es steht für
Buchen = Mehrzahl für eine Baumart
Buchen = Bestellung einer Reise

Buchenwald = Baumgruppe einer bestimmten Baumart
Buchenwald = Konzentrationslager in der Nähe von Weimar

Buche_Ansicht_1

Botschaften an einer Buche.

Fünf Buchenwälder wurden 2011 Weltnaturerbe der UNESCO.
Nationalpark Jasmund (Mecklenburg-Vorpommern) Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern)
Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg)
Nationalpark Hainich (Thüringen)
Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen)

Mahn- und Gedenkstätte in Weimar: Konzentrationslager Buchenwald

Buchenwald

DDR Mi. Nr. 651, als seltene Maximumkarte

2015/01/13
von Wertfauna
Keine Kommentare

Fußballweltmeister Deutschland auf WM-Briefmarke

Hier wird an weltmeisterliche Leistungen angeknüpft. Die Deutsche Post AG hat es sich nicht nehmen lassen, „spontan“ nach dem Weltmeister-titel der deutschen Fußballmannschaft eine Sonderbriefmarke herauszubringen. Nur vier (!) Tage später war diese Marke bereits am Postschalter erhältlich.

Bund Modern Fußballweltmeister_1

Die Auflage muss geringer gewesen sein, denn wenige Tage später war diese Marke in einigen Postämtern bereits ausverkauft und konnte „angeblich“ auch nicht mehr nachbestellt werden.
Interessant ist der rechte Bogenrand, der Torendstände zeigen soll. Der Punktestand ist dabei besonders interessant Hat man doch der deutschen Mannschaft einen Sieg von 6:3 zugetraut. Stimmt auch fast, denn ein Spiel endete 7:1 mit einem Sieg über Brasilien.

Bund Modern Fußballweltmeister_Detail

Umschlag aus Köln mit einem Sonderstempel aus Berlin

Mission 4. Stern erfüllt!

2015/01/09
von Wertfauna
Keine Kommentare

Es gibt ihn doch, – den Wendehalsweg in Berlin!

Welchen Vogel, glauben Sie, gibt es wirklich? Einen Hammerspecht oder einen Wendehals. Der Wendehals (Jynx torquilla) wurde sogar Vogel des Jahres 1988. Während die Hammerspechte 1989 eifrig Löcher in den Beton der Berliner Mauer schlugen, hat sich die Zahl der Wendehälse sprunghaft erhöht. Aber nicht in der Vogelwelt, sondern im politischen Umfeld des zusammenbrechenden Systems. (Ein Wendehals ist eine Person, die sich der aktuellen politischen Situation angepasst hat.)

Interessant ist die Tatsache, dass es in Berlin offenbar einen Wendehalsweg gibt, wie der unten gezeigte Brief zeigt.

Wendehalsweg im Absender

Datum und Ort leider nicht komplett entzifferbar

2015/01/05
von Wertfauna
Keine Kommentare

Neues über den Torfstreuverband…

Auch wenn der Absender dieses Briefes eigenartig klingt. Einen Torfstreuverband gab es immerhin bis 1991(!). Und wie der Name es schon sagt, geht es um Torf, Substrate, Dünger und Blumenerde. Eben alles, was ein Klein- und Großgärtner braucht. Torf diente früher vorrangig der Energie- und Wärmegewinnung. Wenige wissen, dass Torf auch für die Malzgewinnung abgebaut wird. Ein Malz, das man im schottischen Whisky wiederfindet. Die weitverbreitetste Verwendung von Torf hängt mit seiner enormen Speicherfähigkeit zusammen. Vermischt mit Kalk für die Neutralisation und Ton oder Sand entsteht ein begehrtes Gartenprodukt: Das Kultursubstrat.

Torfstreuverband

MEININGEN m -5.1.46 -9

Heute nennt sich das 1919 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Oldenburg „Floragard“.

2015/01/01
von Wertfauna
Keine Kommentare

Über den geliebten Räuber „Braunkohle“ in der Lausitz

Wenn der schwedische Konzern Vattenfall viel Geld bezahlt um in der Lausitz an die Braunkohle zu kommen, stellt sich unweigerlich die Frage: Lohnt sich der ganze Aufwand? Alle Menschen, ob jung oder alt, müssen umgesiedelt werden. Die Leute, die im Tagebau arbeiten, müssen entlohnt werden. (allein in der Lausitz gibt es über 8.500 Arbeitnehmer) Nach dem Abbau der Kohle beginnt die Rekultivierung. Wenn die Restlöcher sich mit Wasser füllen, entstehen Seen, die später viele Urlauber anziehen sollen.
Die Antwort lautet: Ja der Aufwand lohnt sich. Jährlich werden allein in der Lausitz bis zu 60 Millionen Tonnen Braunkohle abgebaut. Doch die Gegenstimmen und Proteste werden immer lauter. Seit 1924 sind 136 Orte einfach von der Landkarte verschwunden. Insgesamt verloren über 20.000 Menschen unwiederbringlich ihre Heimat. Die neugebauten Häuser können den Umsiedlern nicht das Heimatgefühl geben. Zurück bleibt nur ein bitterer Beigeschmack.

Ende der 50er Jahre widmete sich die DDR mit einer Sonderausgabe der Braunkohlenförderung als wichtigster Energielieferant.

verlorene Orte Braunkohle bearbeitet

DDR Mi. Nr. 569-70

Buchwalde bei Senftenberg fiel 1932 den Abrissbaggern zum Opfer. Die wenigen Postkarten die es noch gibt, zeugen von einer Vergangenheit, die so seit langem nicht mehr existiert.

verlorene Orte Buchwalde Postkarte

Seltene Postkarte aus einem Ort, den es nicht mehr gibt.

„Gott hat die Lausitz geschaffen, aber der Teufel hat die Kohle darunter gelegt.“

2014/12/31
von Wertfauna
Keine Kommentare

Unser historisch-philatelistischer Rückblick 2014, Teil 2

Vor 350 Jahren
Die niederländische Kolonial Siedlung „New Amsterdam“ erhielt von den Briten den heutigen Namen „New York“.
New York San Marino
San Marino Mi. Nr. 1025-26

Vor 175 Jahren
Charles Nelson Goodyear (1800-1860) gelang durch einen Zufall bei Experimenten mit Kautschuk den Durchbruch. 1839 fiel ihm eine Schwefel-Kautschuk-Mischung auf die heiße Herdplatte. Durch die Hitze verwandelte sich die Mischung in Gummi, der trockene und dauerelastische Merkmale aufwies. Goodyear hatte die Vulkanisation entdeckt.
Autoreifen Porsche

Vor 100 Jahren
1914 wurde in Posen die kleine Lilli Marie Peiser geboren. Spätestens in dem Film „Mädchen in Uniform“ und „Lotte in Weimar“ gelang Lilli Palmer, wie sie später hieß, der filmische Durchbruch. Vielen ist auch das Lied „Oh mein Papa“ aus dem Film „Feuerwerk“ bekannt.
Lilli Palmer ETB 2143
Bund Mi. 2143

Vor 50 Jahren
Am 1. Juli 1964 wurde der Bundespräsident Heinrich Lübke für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Der Deutschen Post war es eine eigene Ausgabe wert.
Lübke FDC
Bund Mi. Nr.

Vor 50 Jahren
Letztmalig starteten die Ost- und Westdeutschen Athleten 1964 in Tokio zusammen bei einer Olympiade. Bei Siegen der Deutschen Mannschaft wurde als Siegerhymne die „Ode an die Freude“ von Beethoven gespielt.
Wohl wegen des japanischen Hintergrundes, wurde Judo als neue olympische Disziplin eingeführt.
Tokio_1964_Mi 1039-1044
DDR Mi. Nr. 1039-44

Vor 50 Jahren
1964 kam im afrikanischen Sierra Leone die erste selbstklebende Briefmarke zum Einsatz.

Vor 40 Jahren
Am 26. Dezember 1974 wurde der Neue Elbtunnel feierlich eingeweiht. Mit der Untertunnelung der Elbe wurde zwischen Hamburg und Skandinavien der längste Unterwassertunnel der Welt in Betrieb genommen.
Elbtunnel Luftaufnahme zusammen
Auf der Postkarte wurde schön die Untertunnelung unter der Elbe dargestellt.
Die Karte rechte oben zeigt die mehrspurige Tunneleinfahrt.

Über den alten Elbtunnel habe ich >hier< geschrieben.

2015 kommt kein neues Briefmarkenland hinzu. Mit dem knappen Referendum Schottlands bleibt England „Great Britania“.
Small Britania hätte auch nicht so gut geklungen.

Was erwartet uns noch 2015? Eins ist sicher. Das Briefeschreiben wird teurer. Der Standartbrief kostet ab Januar 62 Cent. Dafür sinkt der Preis für den Kompaktbrief von 90 auf 85 Cent.