Pechmarie ist da!

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Die Philatelie wird aktuell mit einem Problem konfrontiert dessen Ausmaß gegenwärtig noch niemand beurteilen kann. Es geht um die Unterbringung von Briefmarken, Briefen und Briefstücken sowie alten Ansichtskarten. Kurz nach der Erfindung von Briefmarken gab es bereits auch die ersten Briefmarkensammler. Den Startschuss lieferte am 1.Mai 1940 das Königreich auf der Insel. Nach Großbritannien fanden sich viele weitere Länder die Briefmarken verausgabten.

Mit ihr stieg die Zahl der Sammler ebenfalls rapide an. Die Briefmarken wurden unter Zuhilfenahme von Falzen auf Albumseiten befestigt. Falze sind kleinstformatige, einseitig durch befeuchten klebrige pergaminartige Papierchen in Daumennagelgröße, die als Bindeglied zwischen Briefmarke und Albumblatt dienen. Diese Form des Falzens hielt viele Jahrzehnte bis etwa Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts.

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die Rückseite eine Marke mit einem Falz oben 

Mit der Weiterentwicklung der Kunsstoffe gab es ab ca. Mitte der sechziger Jahre ein revolutionäres Unterbringungssystem für Briefmarken: Folienblätter! Der Vorteil lag klar auf der Hand. Diese Kunsstoffblätter schützen insbesondere die postfrischen Marken vor Schäden durch das Anbringen der Falze. Unabhängig davon sind die eleganten Präsentationseigenschaften vorteilhaft. Die Nachkriegsgeneration belohnte ihren Fleiß mit Geld und Freizeit. Das Sammeln von Briefmarken erlebte in den Siebziger und in den Achtziger Jahren einen beachtlichen Boom. Versandhäuser versorgten schätzungsweise über 10 Millionen Briefmarkensammler mit philatelistischen Material. Parallel wurden die Folienalben von ca. 8-10 Produzenten in sehr großer Stückzahl hergestellt und dienten als Hauptunterbringungssystem für Briefmarken, Karten und Briefen. Es lebte der „Postfrisch-Sammler“, – während der Falzsammler belächelt wurde und seine ungestempelten Schätze bis heute nur zu Bruchteilen der postfrischen Marken werten.

Ende der Neunziger Jahre/Anfang 2000 wurden vereinzelte Beobachtungen gemacht, die die Vermutung aufkommen ließen, dass möglicherweise einzelne Bestandteile der Folien mit einzelnen Bestandteilen diverser Briefmarken insofern reagieren, als das optisch eine Verdunklung bis hin zu totaler Schwärzung der Briefmarke festgestellt wurde. Während ein großer Teil der Folienproduzenten die Ursachen auf die Briefmarken und deren enthaltenen Druckfarbe schiebt, sehen die Philatelisten die Ursache in den verwendeten Risiko-Bestandteilen der Folien, die da sind Stabilisatoren und Weichmacher. Der Schwefel in den Stabilisatoren ragiert z.B. mit Blei, was in einzelnen Druckfarben enthalten ist. So ist es z.B. Schwefelsulfid, was sich im Mikroklima der Folien bilden könnte und was die „infizierte“ Briefmarke zu einer unansehnlichen Pechmarie werden läst. Einer Pechmarie, der fast immer nicht mehr zu helfen ist! Derartige Beobachtungen werden heute, nach dem Ende vergangenen Jahres dieses Thema erstmalig ausführlich in der Fachpresse veröffentlicht wurde, von sehr vielen Sammlern und Händlern nach der Durchsicht ihrer Sammlungen und Bestände gemacht.

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lebt hinter manchen Folien sehr gefährlich…

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…und könnte in dieser Pechmarie-Version jämmerlich enden!

Was tun? Kritiker der angeblich schädlichen Folien empfehlen die Marken nicht in PVC-Folien unterzubringen, sondern in Polystyrol-Folien, wie sie z.B. von der Firma HAWID produziert werden. Dabei sollte ebenfalls bedacht werden, dass die Briefmarkenalben in regelmäßig gut gelüfteten Räumen aufzubewahren. Direkte Sonneneinstrahlung und zu viel Licht sollten vermieden werden.

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Die HAWID-Klemmtasche wird von Fachleuten als eine der Lösungen empfohlen

Ich werde in den kommenden Tagen weitere Informationen hier bereitstellen, die in pragmatischer Form aufklären und Anleitung zur umgehenden Hilfe darstellen. Denn es gibt Lösungen und Wege die Sammlerstücke langfristig sicher aufzubewahren.