Seit wann und warum Kalkstickstof?

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Kalkstickstoff gibt es seit 1901. Namensgeber waren die späteren Leiter der Cyanidgesellschaft mbH in Berlin A. Frank und H. Freudenberg. Sie waren auf der Suche nach einer geeigneten Methode zur Goldgewinnung durch Cyanide. Frank erkannte sehr schnell, dass Calciumcyanid, wie auch der Kalkstickstoff noch genannt wurde, auch als Stickstoffdünger eingesetzt werden konnte. Es war sehr wirksam gegen Unkraut und gut als Pflanzendünger.

Mit Stickstoff lies sich auch Munition herstellen. Die I.G. Farbenindustrie war maßgeblich an der Produktion von Waffen beteiligt. Unrühmlicher Höhepunkt war der Einsatz des Schädlingsbekämpfungsmittels „Zyklon B“, dass während des Zweiten Weltkrieges zur Vergasung von Zehntausendenden Juden in Auschwitz angewendet wurde.

Während in der SBZ am 30. Oktober 1945 die I.G Farben unter Kontrolle gestellt wurde, gelang in den westlichen Besatzungszonen die Zerschlagung nicht. Als die Bundesregierung die Weiterführung der Firma beschloss, entstanden Nachfolgeunternehmen, wie BASF, Bayer und Agfa.

kalkstickstoff

Werbekarte aus ca. 1946 „1 Wurf – 3 Treffer“ Werbung mit Kalkstickstoff

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Merkblatt aus dem Jahr 1947
„Denk an die kommende Ernte – gib Stickstoff schon im Herbst!“

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Auskunft erteilt u.a. die I.G. Farbenindustrie

Mit der Insolvenz der I.G. Farben 2003 endete auch die Hoffnung vieler überlebender Zwangsarbeiter auf Entschädigung.

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