Über die Teilchenbeschleuniger LHS und DESY

| Keine Kommentare

Der Physik Nobelpreis ging am 8. Oktober 2013 an den Schottischen Physiker Peter Higgs. Beinahe öffentlich untergegangen wäre sein Kollege Francois Englert aus Belgien, der ebenfalls den Nobelpreis in Physik 2013 in Empfang nehmen durfte.

Am Cern in der Nähe von Genf in der Schweiz steht der „LHS“, ein riesiger Teilchenbeschleuniger. Er ist 27 km lang und liegt 100 Meter unter der Erde. Aus gereinigtem Wasserstoff werden die Protonen entnommen und mit fast Lichtgeschwindigkeit aufeinander geschossen. Die dabei entstehenden Antiteilchen werden eingefangen und ausgewertet.

DESYElektronen Synchrotron

Bund Mi. Nr.

Die Anlage „DESY“ in Hamburg hat nur ¼ der Länge von der Anlage in Cern.

1966 hatte Higgs die Idee, dass das Standardmodell der Physik nicht komplett sei. Ein Teilchen schien zu fehlen. Ein Teilchen das entschied, ob ein Körper schwer oder leicht ist. Diese komplizierte Theorie stellte er überzeugend 1967 einem Forschergremium vor. Seitdem waren 6.000 Wissenschaftler eifrig dabei, nach diesem letzten (?) Teilchen zu suchen.

Milliarden wurden investiert und der größte Teilchenbeschleuniger der Welt gebaut, um damit die kleinsten Teilchen der Welt sichtbar zu machen.

Milliarden an Protonen wurden bei diesem Experiment verschossen. Pro Sekunde kam es bis zu 800 Millionen Kollisionen. Alle Daten mussten ausgewertet werden. Viele Jahre sollten vergehen, bis die Messgeräte endlich das fehlende Teilchen, das kurz nach dem Zusammenprall zerfällt, registrierten. In dieser Zeit machte sich die Welt ernsthaft Sorgen, dass ein schwarzes Loch die Menschheit verschlucken könnte.

Am 4. Juli 2012 wurde die Sensation live in einer Presseveröffentlichung der staunenden Fachwelt vorgestellt. Das Gottesteilchen wurde gefunden. Higgs (84) und Englert (80), die das Teilchen 50 Jahre vorher theoretisch vorhergesagt haben, sahen als Zuschauer der Veranstaltung zu.

Trotz dieser Entdeckung ist damit noch nicht das Ende der Forschung erreicht. Das „Higgsteilchen“ macht gerade einmal 4% der uns bis jetzt bekannten Materie aus.

Schreibe einen Kommentar